Drei Wochen in Franzensbad sind zu Ende. Wenn ich in den Spiegel schaue und meine Beiträge durchgehe, ist die Bilanz durchwachsen. Es wäre schön gewesen, den Fersensporn hier im Moor zu lassen – doch er ist geblieben. Es wäre schön gewesen, mein Gewicht zu reduzieren – doch die Küche war stärker. Und es wäre schön gewesen, mit der Gitarre in der Wintersonne zu sitzen – doch das Wetter blieb unerbittlich kühl.
Der Preis der Erholung
Eine Kur ist kein günstiges Vergnügen, besonders als Selbstzahler. Während die Kosten steigen, schwinden meine Einnahmen. Drei Jahre hintereinander zur Kur zu fahren, wie es manche der beneidenswert fitten Stammgäste hier tun. Es ist ein Luxus, den man sich erst einmal leisten können muss. Für mich wird es künftig wohl eher ein Rhythmus von drei Jahren werden – ein Ziel, das bleibt, aber realistisch betrachtet werden muss.
Zwischen Arbeit und Aquaforum
Trotz der enttäuschten gesundheitlichen Erwartungen war die Zeit nicht ungenutzt. Die Website Franzensbad.ch ist gewachsen, ich habe viel geschrieben, recherchiert und gearbeitet. Ich habe die Balance gesucht zwischen dem Tippen am Laptop und den Momenten im Aquaforum oder bei ausgiebigen Spaziergängen durch die Parkanlagen. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Franzensbad hat ein riesiges Potenzial. Die Anreise mit dem Zug ist purer Komfort, der Ort selbst ein architektonisches Juwel.
Doch als Reisejournalist spürt man auch den „Schlafmodus“ des Marketings. Die Zusammenarbeit mit Touristikern wird zäher; die Arbeit, die ich leiste, um Orte lebendig zu machen, wird nicht mehr so geschätzt wie früher. Warum wohl? Begeisterung für Schweizer Gäste? Hier bleibt leider viel Potenzial ungenutzt.
Der Blick nach vorn: Von Böhmen zum Schwarzen Meer
Auch wenn meine Ziele hier nicht alle erreicht wurden, die Mission „Gesundheitsreisen“ geht weiter. Der Mai wirft bereits seine Schatten voraus. Die Reise führt mich über Hévíz in Ungarn bis nach Albena in Bulgarien. Die entsprechenden Websites werden vor Ort mit frischen Eindrücken gefüllt. Vielleicht gesellt sich sogar noch ein deutschsprachiger Kurort dazu – denn eines habe ich in Franzensbad gemerkt: Die Gespräche, der Austausch mit anderen Menschen, sind ein wesentlicher Teil der Heilung, vielleicht sogar der wichtigste.
Franzensbad, du bleibst ein schöner Traum, auch wenn ich heute mit dem gleichen Fersensporn abreise, mit dem ich gekommen bin. Manchmal ist der Weg eben doch das Ziel – auch wenn der Weg gepflastert ist mit Arbeit, gutem Essen und der Suche nach neuen Wegen
