Mein „herzlicher“ Empfang im Rathaus von Franzensbad
Eigentlich wollte ich als Reisejournalist und Blogger nur über die Vorzüge von Franzensbad berichten. Doch statt einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die ich per E-Mail angefragt hatte, erhielt ich eine Lektion in einer ganz speziellen Form der lokalen „Gastfreundschaft“.
Das „Glücksspiel“ im Sekretariat
Alles begann mit einer E-Mail von Kristýna Chlebcová aus dem Sekretariat. Da der Bürgermeister auf Dienstreise in Prag war, riet sie mir am 15. Januar 2026. Mit E-Mails und Notizen habe ich meinen Wunsch untermauert.
„Versuchen Sie morgen gegen 11 Uhr ins Sekretariat zu kommen, und vielleicht haben Sie Glück und treffen den Bürgermeister.“
Ich folgte diesem Rat und stand am 16. Januar pünktlich um 11:00 Uhr im Rathaus. Mein „Glück“ hielt sich jedoch in engen Grenzen.
Wenn Argumente ausgehen, hilft nur ein Tritt
Die Rezeption war verwaist.

Als mich ein Mitarbeiter in einem der Büros ansprach und nach meinem (vorgeschlagenen) Termin fragte, wurde sein Verhalten ungemütlich.
- Die Begrüßung: Bürgermeister ist in Besprechung. Ein ins Gesicht gebrülltes „Besprechung!“.
- Der Dialog: Mein Versuch, höflich nach einem Alternativtermin zu fragen, wurde ignoriert, stattdessen nochmals, es ist eine Besprechung und damit Basta..
- Der Abschied: Er führte mich nur zur Tür und verpasste mir beim Hinausgehen einen buchstäblichen Arschtritt, weil ich mich über die Behandlung mokierte.
Ein interessanter Ansatz für eine Stadt, die sich stolz als Teil der „Great Spa Towns of Europe“ präsentiert.Hier lebt noch Untertanentum der Habsburger Zeit.
„Der Bürgermeister ist der Chef“ – Die Polizei als Comedy-Truppe?
Draussen sprach ich mit einem Zeugen aus Prag, der den Vorfall beobachtet hatte. Zufällig parkte auch ein Polizeiwagen auf dem Platz. Wobei die Polizeistelle auch direkt um die Ecke gewesen wäre.

Wer nun dachte, eine Anzeige wegen Nötigung und Tätlichkeit sei reine Formsache, unterschätzt die lokale Hierarchie:
- Die Rechtsauffassung: Auf meine Schilderung hin erklärte man mir lediglich, der Bürgermeister sei hier der Chef – was offenbar impliziert, dass körperliche Züchtigung von Gästen zum guten Ton gehört.
- Die Krönung: Als ich darauf bestand, die Situation im Gebäude zu klären, wurde ich von den Beamten als „Nazi“ beschimpft.
Fazit: Kurtaxe für Schläge?
Ich frage mich ernsthaft, wofür ich hier eigentlich Kurtaxe bezahle. Für das Privileg, im Rathaus unflätig behandelt und von der Polizei beleidigt zu werden?
Meine bisherigen Erfahrungen mit der Tourist-Information und den Hotels waren bereits von Desinteresse und Unfreundlichkeit geprägt. Dass das System jedoch so tiefgreifend versagt, dass man als Journalist der European News Agency (ENA) mit Tritten statt mit Fakten bedient wird, ist ein Armutszeugnis für diesen Kurort.
Franzensbad hat nicht nur ein Problem mit seiner Gästebetreuung – es hat ein Problem mit seinem Selbstverständnis.
