Franzensbad im Winter. Die Parks sind still, der Nebel liegt sanft über den gelben Fassaden, und die Cafés sind gemütliche Rückzugsorte vor der Kälte. Doch wer sich hier niederlässt, stellt oft fest: Die Welt ist stiller geworden – und das liegt nicht nur am Schnee.
Das Dilemma mit den Aufladen
Wir alle kennen das Szenario: Man sitzt im Café, möchte die Eindrücke des Tages sortieren oder kurz nach Hause schreiben, und dann der Schreck – der Akku ist leer.
Kein Kabel dabei? Pech gehabt. Kabel dabei, aber kein Ladestecker? Ebenfalls aussichtslos. In einer Welt, die auf Eigenverantwortung setzt, ist man ohne eigene Powerbank in der Tasche schnell aufgeschmissen. Ich frage oft aus reinem Interesse in den Cafés nach: «Hätten Sie eine Lademöglichkeit?» Die Antwort ist fast immer ein freundliches, aber bestimmtes Kopfschütteln. Das Smartphone zu laden, bleibt Privatsache.
Die Einsamkeit des schwarzen Bildschirms
Das Absurde daran ist: Schaut man sich im Café um, ist das Smartphone oft die einzige Beschäftigung der Gäste. In den Kurcafés herrscht heute oft Schweigen. Die Zeiten, in denen man angeregt mit dem Tischnachbarn plauderte, scheinen im digitalen Zeitalter zu verblassen. Doch ohne Strom wird das Handy zum nutzlosen Stück Glas und Metall.
Man sucht nach Alternativen, doch der Blick schweift ins Leere. Wo früher die Halter mit den Tageszeitungen und Zeitschriften hingen, herrscht heute gähnende Leere. Selbst die «Franzensbader Blätter» der Hotelgesellschaft Bad Franzensbad sucht man oft vergebens. Auch die «Egerer Zeitung», das Blatt der Vertriebenen, scheint nirgends auszuliegen. Dort wird schön die Heimatgeschichte beschrieben.
Winterstille ohne «Backup»
Gerade jetzt im Winter, wenn nur wenige Touristen aus Deutschland den Weg in die kleine Kurstadt finden, spürt man die Isolation ohne digitales Fenster zur Welt besonders deutlich. Wenn das Smartphone stirbt, stirbt auch die Information und die Unterhaltung.
Vielleicht ist das aber auch eine (unfreiwillige) Einladung: Wenn das Kabel fehlt und die Zeitung nicht da ist, bleibt nur der Blick aus dem Fenster auf die prachtvolle Architektur und der eigene Gedanke. Franzensbad zwingt uns im Winter zur analogen Entschleunigung – ob wir wollen oder nicht.
Dabei wäre es einfach, ein Ladestecker und ein USB mit den gängigen drei Anschlüssen könnte sich jedes Café anschaffen.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn Sie wissen möchten, welche Cafés in Franzensbad vielleicht doch eine versteckte Steckdose haben oder wo man noch echte Zeitungen findet, schauen Sie regelmäßig bei uns vorbei.
