Die zweite Woche in Franzensbad ist vorbei, und das Gefühl der „Ankunft“ hat sich eingestellt. War die erste Woche noch geprägt von Orientierung und dem Suchen nach den richtigen Wegen, ist nun alles eingespielt. Ich weiß, wo ich hin muss, die Abläufe sind vertraut – ich habe meinen Rhythmus gefunden.
Lichtblicke und kleine Bedenken
Das Wetter zeigte sich in den letzten Tagen leider von seiner grauen und kalten Seite, was die Stimmung manchmal etwas drückte. Es ist das graue unfreundliche Wetter und die fehlende Begeisterung der Einheimischen. Schliesslich sind schöne Begegnungen ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit.
Körper, Seele und die kritische Distanz
Ich merke, wie gut mir die Kur tut. Es ist eine Zeit, in der ich aktiv etwas für Körper und Seele tue. Doch ich ertappe mich dabei, wie ich meine Seele vielleicht ein wenig mit zu viel Kritik an meinem aktuellen Umfeld überfrachte.
Es sind Beobachtungen, die mich beschäftigen. Neben den vielen freundlichen Begegnungen fallen mir hier deutlich mehr unfreundliche Gesichter auf als an anderen Tourismusorten. Es ist ein merkwürdiger Kontrast.
Ich wundere mich, warum so wenig Menschen eine Fremdsprache beherrschen oder – was fast noch schwerer wiegt – scheinbar gar kein Interesse an einem Austausch haben. Wer nicht tscheschich spricht, findet keinen Anschluss. Das ist logisch. Doch ich bin hier als Tourist und will ein paar Worte wechseln.
Insgesamt bin ich zufrieden, doch wenn es um die echte Aufmerksamkeit gegenüber dem Gast geht, gibt es in Franzensbad definitiv noch viel Luft nach oben.
Musik am Kurplatz
Ein fester Bestandteil meines persönlichen Programms ist die Musik. Wenn ich am Kurplatz spiele, beobachte ich die vorbeiziehenden Menschen. Es ist ein besonderes Gefühl, doch ich muss zugeben: Die Musik kommt derzeit noch etwas zu kurz. Ich möchte ihr in der verbleibenden Zeit wieder mehr Raum geben, um das Gleichgewicht zwischen den Anwendungen und meiner Leidenschaft zu halten.
Ich bin angekommen, habe mich eingelebt, aber der Geist reibt sich noch ein wenig an der Umgebung. Ich bin gespannt, ob die Sonne in der nächsten Woche nicht nur das Wetter, sondern auch die Mienen der Menschen ein wenig aufhellt.

